Voraussetzung für die Teilnahme an einem Ausbildungslehrgang für Jagdaufseher ist, dass der Bewerber:

 

  1. Volljährig ist, einen gültigen deutschen Jagdschein besitzt und mindestens 3 Jahre jagdpraktische Erfahrungen gesammelt hat,

  2. Mitglied eines Landesjagdaufseher-Verbandes ist,

  3. an einem anerkannten Fallenlehrgang in Verbindung mit einem Fangjagdseminar mit Erfolg teilgenommen hat,

  4. den Nachweis über die erweiterte Ausbildung zur kundigen Person in Gesundheits- und Wildhygienefragen hat,

  5. kundig ist, über das Fleischhygienegesetz und die Fleischhygieneverordnung nach den neuen EU-Richtlinien,

  6. die Erlaubnis hat, Proben zur Untersuchung auf Trichinen zu entnehmen und die Kennzeichnung der Wildkörper durch Wildmarken vorzunehmen,

  7. den Motorkettensägen-Nachweis hat,

  8. einen Jagdgebrauchshund zur Prüfung geführt oder an einem anerkannten Abrichtungs- und Führungslehrgang mit Erfolg teilgenommen hat.

 

Die Ausbildung, die durch qualifizierte Referenten unseres Verbandes, des LJVSN und durch entsprechende Vertreter von Behörden gestaltet wird, umfasst 60 Ausbildungsstunden zu den Sachgebieten:

 

  • Recht,

  • Wildbiologie,

  • Jagdbetrieb,

  • Land- und Waldbau, Wildschäden.

 

Im Anschluss an die Ausbildung erfolgen eine schriftliche und mündliche Prüfung vor einem Prüfungsausschuss.

In diesem Jahr haben wir in den Monaten Februar und März einen Jagdaufseherlehrgang durchgeführt. Acht Anwärter konnten nach bestandener Prüfung ihre Ernennungsurkunden aus den Händen unserer Vorsitzenden entgegennehmen:

Im Einvernehmen mit dem Bund Deutscher Jagdaufseherverbände (BDJV), ist unsere Ausbildung bundesweit anerkannt.

Durch die nachgewiesene Qualifikation ist der geprüfte Jagdaufseher besonders für eine amtliche Bestätigung der unteren Jagdbehörde geeignet.

Folgende Aufgaben zählen zum Selbstverständnis Jagdaufsehers:

  1. Schutz der freilebenden Tier- und Pflanzenwelt und Erhalt einer Artenvielfalt und Sicherung ihrer Lebensgrundlagen.

  2. Pflege und Erhaltung wildgerechter Biotope, wie z.B. Schaffung von Äsungsflächen, Anlegen von Hecken und Feuchtbiotopen.

  3. Hege und Schutz, auch von nicht dem Jagdrecht unterliegenden Arten, z.B. Amphibien, Vögeln und Ameisen.

  4. Waidgerechte Jagdausübung und Erhaltung unseres jagdlichen Brauchtums.

  5. Verminderung von Wildschäden.

  6. Organisation und Durchführung von Gesellschaftsjagden, einschließlich der Wildbret Vermarktung sowie Koordination und Durchführung von Nachsuchen.

  7. Führen von Jagdgästen.

  8. Pflege, Reparatur und Neuanlage von jagdlichen Einrichtungen.

  9. Ausübung des Jagdschutzes und Bejagung des Raubwildes und des Raubzeuges.

  10. Organisation und Durchführung von Jungwildrettung vor Erntearbeiten.

  11. Zusammenarbeit mit Jagdgenossen und Behörden.

  12. Regelmäßige Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen in jagdrechtlichen-, Naturschutz und waffenrechtlichen Belangen.

  13. Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen anderer Bildungsträger rund um die Jagd.